Teil 4 von Artikel: VDH Züchter oder geht es auch preiswerter ???

 

Die Aufzucht bedeutet für uns:  24 Stunden / 7 Tage die Woche unsere Mutterhündin und ihre Welpen zu betreuen, zu pflegen, zu füttern und zu prägen. Aber auch der weitere erwachsene Hund möchte zu einem Recht kommen: spazieren gehen und Beschäftigung .... Es müssen aber nicht nur Welpen gepuschelt, gepflegt, gefüttert werden, sondern der ganz normale Wahnsinn, wie Wäsche (und da fällt verdammt viel an) muss gewaschen, getrocknet und gefaltet werden, wir müssen auch mal was essen und schlafen müssen wir auch irgendwann mal. 

Mittlerweile haben Pietro und ich unseren Rhythmus gefunden: Ich stehe um 5.00 Uhr auf und Pietro geht dann erst mal ins Bett, weil er die Nächte bei den Welpen und der Mutter verbringt. Meine Wenigkeit bleibt dann bis ca. 22.00 Uhr mit Füttern, Pflege, Prägung, Wäsche, Wurfkiste ausräumen und säubern und neu beziehen, Milch auftauen usw. beschäftigt. Pietro steht dann gegen 10.00 Uhr auf, geht spazieren und anschließend mal arbeiten! Wenn Pietro nach Hause kommt geht auch für Ihn alles unter dem Motto: Hunde weiter. Bis er gegen 18.00 Uhr ins Bett geht und um 22.00 Uhr wieder aufsteht um seinen Nachtdienst anzutreten. Den Nachtdienst machen wir unter anderem auch , damit die Welpen so gut wie Stubenrein hier aus dem Hause gehen. Wenn die Bande nämlich Nachts wach wird, lassen wir sie immer wieder raus. so lernen sie ganz schnell, das man draußen sein Geschäft verrichten sollte.

 

Zwischendurch müssen die Welpenbesuche organisiert und terminiert werden. Der Auslauf im Garten muss sauber gehalten werden und das nach jedem Mal wo die Welpen und Mutter draußen waren!

 

So geht das die gesamte Aufzucht, also 8 - 9 Wochen lang. 

 

 

In der 5./6. Woche lassen wir unsere Welpen mit der Puppy Parvo impfen, damit die Welpen weitgehendes, gegen Parvovirose bei Abgabe geschützt sind. Dafür kommt unser Tierarzt immer zu uns, damit sich die Welpen in der Praxis nicht unter Umständen irgendeine Erkrankung einfangen. 

 

Bei sogenannten Vermehrern wird diese Impfung schon mal auf gar keinen Fall stattfinden, weil es einfach Geld kostet und das müssen die ja einsparen. Die Besuche der Welpeneltern erfordern auf immer sehr viel Umsicht, da diese meist sehr viele Fragen haben und das Entzücken über die Welpenschar sehr groß ist. Damit weder die Bedürfnisse der erwachsenen Hunde, als auch von den Welpen vernachlässigt werden, haben wir bestimmte Tage an denen zu bestimmten Zeiten Welpeneltern uns besuchen können, um die Welpen zu beobachten und mit ihnen zu kuscheln. Mittlerweile machen wir dafür Termine, damit jeder der Welpeneltern wengistens 1x in der Woche die Entwicklung mitverfolgen können.

Spontane Besuche haben immer wieder gezeigt, das zuviel Unruhe entsteht und häufig Arbeiten (wie die Pflege des Gesäuges, Fütterung, Spaziergänge usw.) zu kurz kommen bzw. vergessen werden.

 

der Auslauf im garten wird dann der Lebenswoche entsprechend immer weider abgeändert, damit die Welpen immer wieder neues entdecken können. In der letzten Woche entdecken die Welpen den vorderen Garten, zur Straßenseite hinaus, damit sie auch Autos, Fahrräder usw. kennenlernen. Auch wird in dieser Woche das Auto fahren geübt.

 

Ab der 8. Lebenswoche kommt der Tierarzt und impft die Welpen nach vorangegangener Untersuchung komplett nochmal durch. Danach kommt in dieser Woche der Zuchtwart von der Deutschen Züchtergemeinschaft Rhodesian Ridgeback. Dafür müssen dann auch sämtliche Papiere, Impfausweise, Herzuntersuchungen und deren Formulare abgeschlosssen und fertig sein. Das sind immer ein paar Nächte Arbeit ...

 

 

Dann naht der Abschied unserer Löwenjäger ... mit einem weinenden und einem lachenden Auge und immer mit der Sorge, haben wir tatsächlich die BESTEN Welpeneltern????

 

Pietro und ich sind dann einige Kilos leichter, zerzaust und lechzen schon nach einem normalen Tagesablauf, nach einem gemütlichen Abend auf der Couch und ein leckeres Essen ohne

Unterbrechung :):):)

 

Dafür müssen wir aber auch erst mal wieder unser Heim heririchten: Der Garten ist ruiniert (da müssten wir schon einen Gärtner kommen lassen), es muss auch wieder alles abgebaut werden (Wurfkiste, Zäune, Rampen, Spielzeug muss gesäubert werden, alles wieder verstaut werden....

 

Nun können sie selbst überlegen, wie dieses Abenteuer "einen Wurf groß zu ziehen" ein Mensch durch zieht, der womöglich  mehrere Würfe auf einem Mal groß zieht, weil es Kohle bringt ...

... wie Welpen es empfinden, wenn sie in Verschlägen um ihr Leben kämpfen müssen, wie es Hündinnen geht, die mit blutendem Gesäuge ihre Welpen unter Schmerzen satt bekommen müssen...

 

Wenn Sie aber überlegen, ob sie auch mal züchten wollen ... ob Sie die Zeit, das Geld, die Geduld und die vielen schlaflosen Stunden ohne anständig zu essen (dafür ist denn meist keine Zeit da) aufbringen können oder wollen !!????? Ganz davon abgesehen, wenn Sie noch ein paar Kinder haben, die auch in dieser Zeit zu Ihrem Recht kommen wollen ....

 

... mit der Abgabe der Welpen haben Sie noch lange keine Ruhe! Nun beginnt für die Familien eine spannende Zeit mit ihrem Welpen. Sie berichten dann natürlich auch gerne und haben Fragen. Für uns völlig selbstverständlich und immer wieder schön.

Allerdings habe ich auch schon von einer Züchterin gehört, die auf diese Telefonate so gar keinen Bock hat und dies den Welpeneltern dann auch direkt sagte ....