Teil 2 von Artikel : VDH Züchter oder geht es auch preiswerter...

 

Nun hat unsere Hündin also einwandfreie gesundheitliche Auswertungen, der Züchter hat seinen Kennel beantragt (und bezahlt), der Zuchtwart war im Zuhause des Züchters und hat die zukünftige Zuchtstätte auf Tauglichkeit (sprich Größe, Sauberkeit, Helligkeit, Auslauf usw.) überprüft und sein OK gegeben (dies muss auch vom Züchter bezahlt werden...).

 

Unsere Hündin darf mit den gesamten Gesundheitsauswertungen, der Bewertung des Zuchtwartes zur Zuchtzulassung antreten, welche selbstverständlich auch nicht unentgeltlich ist.

Nun besteht diese Hündin die Zuchtzulassungsprüfung und darf ab dem 24. Lebensmonat nun offiziell belegt werden.

 

Der Deckrüde

 

Vorher muss aber noch ein Deckrüde her, der in allen Teilen zur Hündin passen sollte.

Beide Zuchtpartner sollen natürlich gesund, wesensfest und sozialisiert sein, so wie eine gültige Zuchtzulassung, in einem der drei dem VDH angehörigen RR Vereinen, bestanden haben. Ebenfalls sollten die Tiere nicht enger verwandt sein bis zu gar keine gemeinsamen Verwandte haben. Das ist erst mal die Theorie... Manche Züchter legen sehr viel Wert auf Champion Titel, Auszeichnungen oder aber auch Gebrauchsprüfungen (was bei den Ridgebacks weniger der Fall ist).  

Mmh... auch da gehen die Meinungen auseinander. 

 

Für uns ist es beispielsweise nicht relevant, ob der Rüde irgendwelche Titel hat, da diese keinesfalls vererbt werden. Der beste Multichampion muss nicht automatisch der beste Vererber sein. 

 

Der Rüde und die Hündin müssen sich vom Exterieur her ergänzen oder festigen. Aber schon bei diesem Thema zeigt sich, das das alles gar nicht so einfach ist. 

Der Käufer möchte selbstverständlich einen gesunden Welpen haben. Das setzt aber auch voraus, das beide Teile; Deckrüdenhalter als auch Zuchthündinnnenhalter gegenseitig ehrlich sind und über Erkrankungen die in der Linie sind oder sein können reden und abwägen. Für all diese Themen muss man schon Kenntnisse über einzelne Zuchtlinien haben, man muss sich mit vielen Erkrankungen und deren Erbvorgänge auskennen, um in etwa vorherzusagen, was kommen könnte.

 

Nun gehen wir mal davon aus, das wir jetzt ein paar Rüden in engerer Wahl haben. So muss der Züchter diese Rüden auch besuchen (im günstigsten Fall), um diese näher kennen zu lernen. Für uns ist es ebenfalls sehr wichtig, das die Zuchtpartner sich sympathisch sind.

 

Die beiden Halter müssen sich einig sein über Zahlungsmodalitäten, Ablauf und vielen anderen Dingen, die so eine Belegung / Wurf mit sich bringen kann. 

 

Das heißt aber alles wiederum, das der Züchter sich auf Reisen begibt, viele Telefonate führt, viele Pedigrees studiert und wieder sind wir beim leidigen Geld.....

 

Mal ganz davon abgesehen das auch der Deckrüdenhalter so seine Geldausgaben hat. Denn dieser muss seinen Rüden auf Ausstellungen usw. präsentieren, er muss genauso alle Gesundheitsergebnisse und die Zuchtzulassung erbringen wie die Zuchthündin auch. Ein Deckrüdenhalter muss natürlich auch da sein, wenn denn die Auserwählte zum Decken kommen möchte.... 

 

 

Vorbereitungen bis zum Wurf - Welpeninteressenten -

 

Jetzt haben wir auch einen passenden, netten Rüden, von dem wir uns mit unserer Hündin einen sehr schönen Wurf erhoffen. Wenn der Züchter sich jetzt nicht um eine anständige Homepage kümmert, wird es knapp und die Welpeninteressenten bleiben aus. Nebenbei sollte sich der Züchter um den Züchtereintrag beim VDH kümmern, welcher natürlich wieder Geld kostet und das jedes Jahr. 

 

Die Homepage kosten nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Zeit. Artikel wollen geschrieben werden, Daten müssen vervollständigt, Wurfplanung veröffentlicht  werden und geeignete Fotos möchte man auch gerne sehen.

 

Dann melden sich vielleicht die ersten Interessenten.... vielleicht. Nun hat da jeder Züchter seine eigene Einstellung, aber die meisten empfangen ja doch ihre Interessenten vor dem Wurf. Doch es gibt auch Züchter die solche Besuche erst vereinbaren, wenn die Hündin belegt ist oder aber der Ultraschall schon einen Wurf bestätigt hat.

 

Wir lernen die zukünftigen Welpeneltern gerne sehr weit vor dem Wurf kennen. Es ist nicht selten, das so mancher Interessent schon 2-3 Jahre auf einen Moyo Wa Simba gewartet hat. Der Vorteil für beide Seiten ist definitiv, das wir als Züchter wirklich sicher sind, das dies die richtigen Menschen sind und der Interessent in der langen Zeit meist häufiger hier war und schon sehr viel über den Ridgeback und seine Eigenarten gelernt hat.

 

Nebenbei bemerkt, sind das auch meist Menschen die zu sehr guten Freunden werden.

 

Wir haben im Durchschnitt pro Wurf ca. 40-50 Ehepaare / Partner, Singles, Familien hier bei uns empfangen.

 

Das Jahr hat 52 Wochen ... (Anmerkung: Bei uns durften auch Interessenten kommen, wenn wir gar keinen Wurf in Planung hatten, die also einfach den RR mal kennen lernen wollten, da sie gedenken, sich vielleicht irgendwann einen anzuschaffen... die sind nicht zu den 40-50 dazu gezählt...

 

Es wurde jedes Mal der Tisch gedeckt und wir haben uns fast den ganzen Samstag oder Sonntag für die Interessenten Zeit genommen. Oftmals haben wir dann noch Nachzuchten kommen lassen, damit die Interessenten nicht nur unsere RR's sehen, sondern auch andere Altersklassen, andere Charaktere usw.

 

Unendliche Fragen haben wir beantwortet, tausende von Tipps gegeben, wir haben vom Wesen der Ridgebacks berichtet, von den Bedürfnissen dieser wunderbaren Hundes erzählt, immer haben wir auf die Charaktereigenschaften hingewiesen, die oftmals schon die Menschen zur Verzweiflung gebracht haben ... wir haben "nie" den Hund angepriesen, sondern haben vom Jagdtrieb berichtet (wenn man ihn nicht in den Griff bekommt), haben darüber berichtet das es auch immer schon Menschen gab, die an diesem Hund gescheitert sind, weil er eben doch nicht nur braun und muskulös ist, sondern auch seinen eigenen Kopf hat......

 

Anfangs haben wir jeden der kommen wollte auch kommen lassen. Das machen wir nicht mehr!

Wir erwarten mittlerweile schon, das die Interessenten uns vorab auch ein paar Infos mitteilen und man ein wenig am Telefon sprechen kann, damit auch wir die Möglichkeit haben, uns vorab ein Bild machen zu können wer und wieviele Familienmitglieder da eigentlich kommen werden.

So wie sich der Interessent nach irgendwelchen Kriterien sich den Züchter aussucht, so denke ich hat auch der Züchter das Recht jemanden nicht kommen zu lassen.

 

Meistenteils lernen wir ganz tolle Menschen kennen ! Manchmal lassen sich die Menschen einfach nur bewirten, verbringen einen netten Nachmittag und melden sich nie wieder ...

 

 

Also, als Züchter sollten Sie viel zuhören können, Sie müssen viele Menschen empfangen, um die Interessenten kennen lernen zu können. Wir haben im Schnitt pro Wurfplanung ca. 50 Interessenten / Familien eingeladen, um die Besten Welpeninteressenten heraus zu suchen. Das heißt , dass wir im Schnitt 50 Wochenenden, in dem Jahr vor dem geplanten Wurf, Besuch hatten .... Rechnene Sie mal wieviel Kaffee und Kuchen im Schnitt über den Tisch gehen... aber wir wollen ja nicht kleinlich sein :):)