Teil1: Welpe vom Züchter im VDH oder doch lieber preiswerter....?

Eigentlich verweise ich immer auf die Seiten des VDH, sprich zum Verein fürs Deutsche Hundewesen ....

 

Kaufen sich die Mitmenschen ein Auto, wird erst mal gegoogelt, was das gute Teil neu kostet, wie viel das Auto verbraucht, wie viel Hubraum, welche Reifengröße usw.... Für diesen Neuwagen muss man Betrag X hinblättern - naja vielleicht bekommt man in dem einen Autohaus einen kleinen Rabatt, aber im großen und ganzen hat der Neuwagen seinen Preis.

 

Möchte aber das Töchterchen einen netten Hund haben, wird die Zeitung aufgeschlagen und ach wie toll, da werden ja schon kleine, niedliche Babyhunde ganz billig angeboten. Schnell mal hinfahren. Der vermeintliche Züchter freut sich Sie zu sehen und präsentiert ihnen einen knuffigen Welpen ... Wenn dann noch die Kinder mit sind, wird der echt billige Welpe (manchmal sind die gar nicht so viel billiger...) schnell gekauft.

 

Erst später stellt man vielleicht fest, das das Tierchen krank ist: gar nicht oder unzureichend entwurmt wurde, andere Hunde dieser Rasse sehen doch ein wenig anders aus... er hustet vielleicht, ist sehr zurückhaltend und ängstlich.

Na, dann gehen wir mal zum Tierarzt. Dieser Besuch könnte von Dauer sein und sehr, sehr teuer werden....

 

Auch verlieren die Kinder sehr schnell die Lust an dem Kleinen und die Erwachsenen haben sich das ebenfalls sehr viel einfacher vorgestellt mit diesem Zwerg.....

 

Ein seriöser Züchter wird Ihnen gegenüber kritisch sein. Er möchte genau wissen wo der Welpe sein Leben verbringen soll, wer erzieht ihn, wieviel Zeit steht zur Verfügung, wie sehen die Wohnverhältnisse aus, hat sich der zukünftige Ridgebackbesitzer mit den anstrengenden Charaktereigenschaften (Jagdtrieb, Revierverhalten, Rudelverhalten, Schutztrieb) auseinander gesetzt hat, in wie weit ist der Interessent bereit dazu zu lernen usw.

 

Dieser Züchter möchte auch gerne wissen, ob irgendwelche chronischen Erkrankungen vorhanden sind, die unter Umständen dazu führen könnten, dass der Halter später dem Hund doch nicht gerecht werden kann oder ihn letztendlich wieder abgibt! Ja, das gibt es immer häufiger...

 

Auf der anderen Seite wird ein solcher Züchter ihnen ebenfalls auf jede Frage ein konkrete Antwort geben. Dieser Züchter lädt Sie auch zu sich ein, wenn noch keine Welpen vorhanden sind. Sie haben die Möglichkeit in das Leben, die Wohnverhältnisse und vieles mehr Einsicht zu bekommen. Auch leben die Hunde mit dem Züchter zusammen im Haus und nicht im Zwinger, Grundstück, Garage oder sonst wo. 

Man wird Ihnen Einsicht in alle zuchtrelevanten Unterlagen gewähren. Sie sehen gesunde Hunde, mit einer gesunden Zurückhaltung, die ihren Halter lieben.

Ja, Sie müssen sich ein klein wenig auf ihr Bauchgefühl verlassen: Sie müssen spüren das der Züchter seine Hunde liebt und diese nicht nur zum Welpen gebären hält. Auch alte Hunde gehören dazu. Ein Züchter der seine alten Hunde einfach abgibt ist herzlos (ja auch das gibt es zu genüge!) und in meinen Augen kein seriöser Züchter.

 

Allerdings denke ich auch, das ein Züchter der sehr viele Hunde hält, einen großen Teil seines Geldes mit der Zucht verdient, immer kritisch betrachtet werden sollte... Hat dieser Züchter tatsächlich die Zeit und Musse jedem seiner Hunde gerecht zu werden???

 

Dieser Züchter sollte aber trotz der vielen (?) Hunde Rede und Antwort stehen und ebenso kritisch den Interessenten betrachten. Ob dieser Züchter es sich erlauben kann, ist eine andere Betrachtungsweise.

 

Wir haben uns persönlich dazu entschieden, das drei Hunde schon viel ist (zumindest in dieser Größenordnung) und das Handling nicht immer einfach ist. Man hat schließlich nur zwei Arme und ein Augenpaar:):) 

 

Also nach der reiflichen Überlegung und Anschaffung einer korrekten Hündin, kann man nicht sicher sein, das dies auch so bleibt. Erst nach dem Ende der Wachstumszeit, nachdem geröntgt und viele Tests gemacht wurden, steht fest ob diese Hündin überhaupt tatsächlich fehlerfrei und gesund ist. Ebenso sollte man sich selbst fragen, ob die Hündin auch von den Wesenseigenschaften ein sehr gute Zuchthündin werden könnte...

 

 

Dann kommt der weite Weg zur Zuchtzulassungsprüfung:

Hier mal ein kleiner Einblick, was der Züchter leisten /vorweisen muss, bis der Hund eine Zuchtzulassungsprüfung überhaupt absolvieren darf.

 

Wir als VDH Züchter, unterwerfen uns der strengen Zuchtordnung der Deutschen Züchtergemeinschaft Rhodesian Ridgebacvk e.V, welche zu dem Verband fürs deutsche Hundewesen VDH gehört. Die Zuchtordnung muss von jedem Züchter der in einem VDH angehörigen Verein züchten möchte beachtet und befolgt werden. 

Beispielsweise regelt die Zuchtordnung:

- HD,ED OCD Röntgen der Hunde frühestens ab 12. Lebensmonat

Diese Röntgenaufnahmen müssen unter Narkose erfolgen und werden vom Tierarzt zum Gutachter eingesandt. Der Gutachter beurteilt, als unabhängiger Tierarzt die Röntgenaufnahmen und stellt den Grad der jeweiligen Untersuchung fest.

Gentest (Dilute, Degenerative Myelopathie, / DNA Profil)

Verschiedene Gentests, je nach Rasse, müssen durch Blutentnahme von unabhängigen Laboren vorliegen.

Das DNA Profil wird eingelagert, damit jeder zeit zweifelsfrei eine Vaterschaft oder Mutterschaft nachgewiesen werden kann.

Zuchtzulassung

Um eine Zuchtzulassung überhaupt absolvieren zu können, muss der Züchter alle erforderlichen Untersuchungen nachweisen, er muss Fortbildungen vorweisen, einen Zwinger/ Kennel bei der FCI angemeldet haben und der betreffende Hund muss einige Ausstellungen mit mindestens sehr gut absolviert haben.

Der Züchter muss eine gültige Zwingerschutzkarte haben, welche nur erteilt wird, wenn der Züchter unter vielen anderen Punkten auch bestimmte wohnliche Verhältnisse (Auslaufgröße innen, Auslaufgröße überdacht aussen, Sauberkeit, Sicherheit usw.) vorweisen kann.

 

Ab 18. Lebensmonat darf der Rhodesian Ridgeback dann eine Zuchtzulassung absolvieren.

Die Hündin darf ab de. 24. Lebensmonat das erste Mal belegt werden und der Rüde darf ab dem 20. Lebensmonat das erste mal decken.

 

Die Zuchtzulassung überprüft 

1) Gesundheit

2) Wesen

3) Phänotyp / Formwert

 

Der Weg bis zur Zuchtzulassung und dem ersten Wurf ist ein langer, kostspieliger Weg. Der Züchter zahlt nicht nur jährliche Beiträge an den Rhodesien Ridgeback  Verein und an den VDH. Der Züchter zahlt auch sämtliche Untersuchungen, Gutachten, Ausstellungen (zum Teil sehr weite Wege, Hotelkosten usw.)....

Das ist aber nur der Anfang einer Zucht.

 

Ein sehr guter Züchter sollte sich auch in Genetik, Ernährung / verschiedene Ernährungsformen, Gesundheit, Erziehung usw. über das normale Mass hinaus auskennen. Das erfordert die Bereitschaft sich regelmäßig und nicht nur alle zwei Jahre fortzubilden. Das kostet übrigens auch wiederum sehr viel Geld und Zeit.

 

 Fortsetzung folgt.....

 

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